Jugendarbeit demonstriert am 13.09.2018 vor dem niedersächsischen Landtag

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Als Jugendverbände veranstalten wir an jedem Wochenende und in den Ferien verschiedene Bildungsseminare: Wir bilden Jugendleiter-innen aus, beschäftigen uns mit politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Themen und qualifizieren junge Menschen z.B. im Umgang mit Medien. Wir werben für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft und ermöglichen jungen Menschen, sich zu engagieren.

Dafür stellt das Land Niedersachsen den Jugendverbänden Bildungsmittel zur Verfügung. Für jeden Teilnahmetag soll es laut Gesetz eigentlich 23 Euro geben.

1992 lag der durchschnittliche Zuschuss des Landes für einen Teilnahmetag nach heutigem Wert bei 15,90 € (also bereinigt um Preissteigerungen).

2015 lag der durchschnittliche Zuschuss nur noch bei 8,30 €, ist also um ca. 48% gesunken.

Übernachtungen in Bildungsstätten haben 1995 ca. 24 € gekostet, heute sind es ca. 39 €.

Die Konsequenz der aktuellen Situation ist, dass Jugendverbände höhere Eigenleistungen von den Teilnehmenden fordern müssen, Seminare also teuer werden. Das steht jedoch in direktem Widerspruch zu dem Anspruch, allen Menschen gleich Chancen auf gute Bildung zu ermöglichen.

Bereits heute sparen die Jugendverbände, wo sie können: Seminare werden in günstigeren Unterkünften angeboten, Teilnehmende aus der Nähe fahren zum Übernachten teilweise nach Hause, Ehrenamtliche bezahlen selber Teilnahmebeiträge. Noch mehr einsparen können die Jugendverbände nicht. Wenn es nicht mehr Bildungsmittel gibt, müssen entweder Maßnahmen gestrichen werden oder die Qualität der Angebote verschlechtert sich.

Die Jugendverbände im Landesjugendring haben im Jahr 1,6 Mio € Bildungsmittel zur Verfügung; hinzukommen die Verbände außerhalb des LJR (hierüber liegen uns keine genauen Zahlen vor, insgesamt ca. 2 Mio Euro). Um wieder auf den Fördersatz aus dem Jahr 1995 zu kommen, ist in etwa eine Verdoppelung der Fördermittel notwendig, daraus ergibt sich unsere konkrete Forderung. Als Jugendverbände werden wir immer aktiver: Die Zahl der Teilnahmetage ist seit 1992 von 108.500 auf 187.300 gestiegen. Die Bildungsmittel müssen also auf immer mehr Teilnehmende verteilt werden.

Auch die Anforderungen an die Jugendverbände sind immer weiter gestiegen: Schutz vor sexualisierter Gewalt und Kindeswohlgefährdung, Inklusion, Integration, Datenschutz und Medienpädagogik sind nur einige der Themen, mit denen wir uns zusätzlich inhaltlich beschäftigen und qualifizierte Seminare für junge Menschen anbieten ohne dafür zusätzliche Bildungsmittel zu bekommen.

Am 13.09.2018 demonstrieren wir, um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen und für unsere Jugend eine Zukunft zu schaffen.

(Factsheet als PDF)